Da ist sie also, die Betterplace-Zeitspenden-Plattform. Seit Kurzem ist sie online und bietet auch schon rund 7.000 Engagementangebote – powered largely by Aktion Mensch. Versprochen wurde eine Engagementsuche in hübschem Gewand, ansprechend für Teens und Twens auf der Suche nach neuem Ehrenamt. Ich habe mich auf der Plattform einmal umgeschaut, Engagements gesucht und auch eins eingestellt. Hier der Erfahrungsbericht mit ein paar Anregungen zur Weiterentwicklung.

Zeit spenden

Wer Zeit für einen guten Zweck spenden will, braucht heute Zeit, das passende Engagement zu finden. Das betrifft vor allem diejenigen, die auf Engagementsuchmaschinen angewiesen sind. Das Problem an der aktiven Engagementsuche liegt darin, dass die Suchenden häufig gar nicht so genau wissen, was sie eigentlich wollen. Meisten liegt das daran, dass sie nicht ausreichend darüber informiert sind, was es alles gibt. Dementsprechend werden also Information, Beratung und Vermittlung nachgefragt – Dienstleistungen die Freiwilligenagenturen wie auch viele einige der zahlreichen neuen Talentscouts anbieten. Doch wie dem auch sei, Betterplace will jetzt durch Userflow-Optimizing und Emomarketing (oder Emoketing) mit Gamification-Faktor die Suchzeit bis zum passenden Engagement verkürzen.

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Über den Menüpunkt „Zeit spenden“ in der Headline auf der Betterplace-Plattform gelangt man auf eine ansehnliche Webseite mit einer Weltkarte im Hintergrund. Einzelne Projekte werden auf der Google Map als Marker dargestellt, Ansammlung vieler Projekte als Kreise mit Zahlen. Klickt man auf so einen Kreis, wird auf die Region, beim nächsten Klick auf die Stadt, dann den Bezirk und dann das Quartier gezoomt – so lange eben bis die einzelnen Projekte sichtbar werden. Bei meiner ersten Suche wurden mir für Deutschland 6.670 Projekte angezeigt, in Berlin waren es 1.132 und in Rudow 348. 344 der Rudower Engagementangebote finden sich bei der Freiwilligenagentur STERNENFISCHER. Der Userflow spült uns also genau dorthin, wo wir Beratung und Vermittlung angeboten bekommen. Georg Wilhelm Friedrich Hegel hätte das wohl „die List der Vernunft genannt“.

  • Der angelegte Pfad zur Freiwilligenagentur ist gut und richtig, könnte allerdings noch etwas besser hervorgehoben werden. Die Frage, wo die nächste Freiwilligenagentur zu finden ist, taucht auf Twitter, Facebook und Co ja nicht selten auf. Meistens verweise ich dann auf die sehr nützliche aber eben nicht so ansehnliche Liste der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (BAGFA)

Was den Gamification-Faktor der sonst eigentlich schön aussehenden Karte anbelangt, würden die Jungs von Game One wohl nicht wirklich große Luftsprünge machen. Das Handling ist milde gesagt gewöhnungsbedürftig. Da beim Rein- und Rauszoomen die Daten für die Kreise mit den beeindruckenden Zahlen immer wieder neu geladen werden müssen, macht das herumklicken nicht wirklich Spaß. Und auch sonst steckt die Karte voller Bugs. Abgesehen davon, dass die Suchmaske stets die freie Sicht auf die Engagementangebote verdeckt, man also ständig die Karte hin und her schieben muss, um die spärlichen Infos zu den Engagementangeboten ansehen zu können, ist es eine Art Roulettespiel, wo man landet, wenn man von der Seite eines Engagementangebotes wieder zur Karte zurückkehrt. Das geht nämlich nur über den Browser oder den Umweg über die Hauptseite. Bei meinem Ausflug wurde ich mal auf die Startansicht zurückgeleitet und musste erneut den Userflow bis auf die lokale Ebene runter rutschen. Mal kam ich im Raum Berlin raus und mal in dem Kiez, wo ich gerade gesucht hatte. Dieses ‘gelegentlich zurück auf Los’ ist für als Gamification wenig geeignet. Es lässt ein bisschen Selbstzweifel aufkommen.

  • Wenn potentielle Zeitspender!nnen Spaß an der Karte haben sollen, wäre es super, würde das Ganze etwas flüssiger laufen. Außerdem wäre es toll, müsste man sich die Engagementangebote nicht erst zurecht ziehen und könnte von den jeweiligen Seiten direkt wieder zu dem Stand der Karte zurückkehren, an dem man vorher war.

Nicht viel besser wird’s, wenn man schon weiß, was man will. Wer nach “Hausaufgabenhilfe” — einem typischen Ehrenamt, das auch online geht — sucht, bekommt in Deutschland 149 Projekte angezeigt, 15 im Raum Hannover, sechs in Hannover Stadt, fünf davon im Freiwilligenzentrum Hannover, wo wiederum 15 in einer Liste angekündigt werden, in der aber nur fünf zu finden sind. Userflow! Das hatten wir schon. Spannend wird’s, wenn man den Ergebnisfilter anschmeißt. Hier kann man die Angebote zunächst nach Zielgruppe filtern. Von den 149 Hausaufgabenhilfen in Deutschland richten sich 124 an „Kinder & Jugendliche“, 58 an „Kranke“, sieben an „Migranten“, drei an „sozial Benachteiligte“ und zwei an „Menschen mit Behinderungen“. Außerdem kann man noch „Bildung“ (84), „Kultur, Freizeit & Sport“ (19) sowie „Menschenrechte“ (vier) helfen. Es ist natürlich interessant, wie wenig Hausaufgabenhilfen Menschen mit Migrationshintergrund, sozial Benachteiligten und Behinderten angeboten werden, doch bringt das den Suchenden nach einem Engagement in Hannover kein Stück weiter; gleiches gilt für die sehr sinnvolle Sucheinstellung des „wie oft“.i

  • Die sehr sinnvollen Fragen „Wem möchtest du helfen & wie oft“ sollten dringend und verlässlich mit der aktuellen Ansicht der Karte verknüpft werden. Wer in seiner nähren Umgebung ein spezifisches Engagement sucht, kann wenig mit der Information anfangen, dass es eben dieses irgendwo anders auf der Welt gibt. Außerdem machen die Antwortmöglichkeiten „Menschenrechte“, „Kultur, Freizeit & Sport“ und „Bildung“ nicht wirklich Sinn, wenn nach dem „Wem“, also einem Subjekt oder einer Gruppe von Subjekten, gefragt wird.

Bis auf den Sichtschutz vollkommen ohne Nutzen kommen die zuweilen ungefragt herunterklappenden Sucheinstellungen (Text-, Ort- oder Namen-Suche) daher. Auf der Suche nach dem Schillerkiez wurde ich über die Umkreissuche erstmal zur Freiwilligenagentur Hannover geschickt, wo ich vorher war. Nach dem ich die Seite neu geladen und noch einmal nach Schillerkiez gesucht hatte, passierte zuerst gar nichts, bevor dann aus heiterem Himmel eine Fehlermeldung anzeigt wurde. Auf der Suche nach Gera wurde ich dann schnurstracks zurück nach Berlin geschickt, wo ich vorher war. Wieder erst nach dem Neuladen, gab die Suchmaschine zu, dass es da leider keine Treffer gibt, wobei sich auch diese Anzeige penetrant ins Sichtfeld rückt und nur über eine neue Sucheingabe oder das Neuladen der Karte wegzubekommen ist.

  • Das Skript für die herunterklappenden Sucheinstellungen kann ersatzlos gelöscht werden. Das nervt wirklich nur, zumal die gleiche Möglichkeit auch neben dem Eingabefester angezeigt wird. Die voreilige Antwort „wo du wohnst gibt’s nichts“ könnte mit der Anzeige ggf. noch nicht im Netz aktiver Freiwilligenagenturen etwas abgefedert werden. Auch in Gera – das zeigt die Suche bei in der BAGFA-Liste – gibt es eine! Da kann man ja hingehen oder anrufen.

Doch die Engagementsuche lässt sich auch ohne die Karte benutzen. Rechts neben der Suche kann man umschalten zur Liste. Hier bekommt man die Engagementangebote untereinander angezeigt. Zunächst ohne Sucheingabe – oben die mit Bild, darunter die ohne. Die Suche in der Listenansicht läuft erwartungsgemäß etwas fluffiger und gibt dabei im Wesentlichen die gleichen Informationen zurück – verschlankt eben um jene, in welcher Region den jetzt die meisten Treffer zu finden sind. Etwas frustrierend wirkt, dass man nicht gleichzeitig – und auch nicht aufeinander aufbauend – nach bestimmten Stichworten in bestimmten Regionen suchen kann, dafür braucht man dann doch die Ruckel-Karte

  • Sinnvoll wäre eine erweiterte Suche, in der ggf. Ort und Stichworte und Namen gesucht werden können.

Alles in allem erweist sich die Engagementsuche auf Betterplace als ziemlich holprig. Das ist aber keineswegs neu. Die Suche auf Betterplace befindet sich seit langem im BETA-Stadium; man könnte sagen, sie war noch nie besser. Zu Gute halten muss man der Suche allerdings, dass es die sehr sinnvolle Auswahlmöglichkeiten „Egal wie oft“ und „einmal / zeitlich begrenzt“ gibt. Die Egal-Wie-Oft-Angebote sind zwar deutlich in der Mehrzahl, doch ist es eben möglich, gezielt nach den Einmal-Engagements zu suchen.

Zeitspender suchen

Wenden wir uns er Eingabe von Engagementangeboten, also der Contentproduktion für Betterplace zu. Ausgerechnet über den Menüpunkt „Spenden sammeln“ in der Headline auf Betterplace gelangt man zur Auswahl „Hilfsprojekt anlegten & verbreiten“ und „Zeitspenden-Suche anlegen & verbreiten“. Dass es in der Headline keinen Extra-Link zu Engagiertensuche gibt, zeigt zunächst, dass Betterplace die Rhetorik der „Zeitspende“ recht konsequent durchzieht. Dass das Anlegen von Engagementanegeboten und Hilfsprojekten mit dem Zusatz „verbreiten“ versehen wurde, ließ bei mir außerdem den Eindruck entstehen, dass man der eigenen Suchmaschine nicht wirklich viel zutraut und eher die Freiwilligenorganisationen in der Pflicht sieht, anständiges Communitymanagement zu betreiben.

Screenshot der Auswahl auf Betterplace zwischen Zeit- und GeldspendenoffertenWer auf Betterplace zum ersten Mal ein Engagementangebot einstellen will, muss sich zunächst als würdig erweisen und die Organisation oder das Projekt registrieren bzw. einem Verband zuordnen.

Hinweis: Wenn Du zu einer großen Organisation gehörst, stelle bitte sicher, dass Du die richtige Organisationsebene auswählst. Beispiel: Du bist in einem Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes tätig. In diesem Fall ist der Bundesverband nicht die richtige Organisationsebene.

Sicherlich ist der Grund für diese Sollabbruchstelle bei der Engagiertensuche auch in der Sorge um den eigenen Ruf zu suchen, den man mit dem Ausmaß an Schindluder verbunden sieht, der auf der neuen Plattform getrieben werden wird. Sehr wahrscheinlich hat man sich Einreden lassen, für allen Unfug, der mit freiwilligem Engagement so getrieben wird gerade stehen zu müssen. Doch wie dem auch sei, der positive Effekt könnte sein, dass die Verflechtungen der Zivilgesellschaft mit der Zeit auf Betterplace digital abgebildet werden. Würden sich genügend Organisationen mit ihren Gliederungen bei Betterplace registrieren, wäre das ein großer Schritt in Richtung Transparenz. Bisweilen stellt sich aber noch die Frage, warum sie das machen sollten. Freiwilligenorganisationen können ihre Engagementangebote doch auch über die eigene Webseite in ihrer Community promoten.

  • Bei meinem Ausflug zur Engagementsuche auf Betterplace hat sich gezeigt, dass die Suchmaschine der hier versprochenen Verbreitung von „Zeitspenden-Suchen“ eher im Wege steht als dass sie sie befördern würde. Einzig die Verbreitung als Nutzen dafür anzuführen, die eigene Organisation auf Betterplace zu registrieren, scheint mir daher ein bisschen dünn. Da geht sicherlich noch mehr.

Ungeachtet der Nutzenfrage habe ich ein Engagementangebot für die ZiviCloud erstellt. Ein Engagementangebot übrigens, das Betterplace offenbar so gut gefallen hat, dass sie es für ihre Zeitspendeplattform gleich nachgemacht haben. Nach dem die Zugehörigkeitsfrage zu einem Verband geklärt, meint eine neue Organisation „ZiviCloud“ angelegt war, war die Projektregistrierung Routine: Name, Webseite, Präfix bei Betterplace, Telefon und Adresse eintippen, eine ausführliche Beschreibung einfügen und noch einmal kurz teasern, mehr ist es ja nicht. Einzig das Projekt- oder Organisations-Logo muss auf dem Umweg der Bearbeitung des angelegten Profils eingestellt werden.

  • Was das Logo betrifft, leuchtet mir nicht wirklich ein, warum das nicht gleich bei der Profilerstellung hochgeladen werden kann. Warum muss man hier den Umweg über das eigene Profil machen? Vielleicht, um zu gezeigt zu bekommen, dass man mehrere Bilder hochladen und das Logo wechseln kann?

Im nächsten Schritt wird das Engagementangebot formuliert. Die Eingabemaske für Engagementangebote, das hatte ich schon mehrfach geschrieben, ist der neuralgische Punkt an dem sich entscheidet, ob ‘nur’ alte Modelle des freiwilligen Engagements reproduziert oder neue Formen angeregt werden. Gerade diesen Schritt habe ich mir also sehr genau angeschaut:

  • Los geht’s mit einem ansprechenden Titel: „Präzise, lebendig und motivierend“ soll er sein. Das ist nicht wirklich neu, auf Betterplace – meint auch bei den Geldspenden – aber unverzichtbar. Der Titel für mein ZiviCloud Engagement lautet: „Early Adopter? Teste die ZiviCloud“.
  • Weiter geht’s mit dem Thema des Engagementangebotes bzw. des Projektes. Angeboten werden hierleider nur die ‘üblichen Verdächtigen’, wobei Zielgruppen und Themen wiederum durcheinander gewürfelt wurden: „Bildung“, „Kranke“, „Menschenrechte“, „Senioren“, „Entwicklungszusammenarbeit“, „Kultur, Freizeit & Sport“ etc pp. Was völlig fehlt ist das intermediäre Engagement, also z.B. die Vermittlung von Freiwilligen und die Engagementförderung. Dementsprechend konnte ich für mein ZiviCloud-Engagement nur das fern verwandte Thema „Bildung“ angeben.
  • Wie soll geholfen werden?“ – auch hier eher das Übliche: „Nachhilfe/vorlesen“, „besuchen/begleiten“, „pflegen/betreuen“ etc pp. Einzig „beraten/coachen“ und „organisieren/planen“ fallen etwas aus der Rolle. Für mein ZiviCloud-Engagement lagen „beraten/coachen“ und „schreiben/übersetzen“ nahe, obwohl Testpilot!n sein eigentlich nichts mit übersetzen zu tun hat.
  • Wie viele Helfer brauchst du?“ Klar, dass die Frage kommt. Ich habe hier einfach mal drei angegeben. Eigentlich suche ich aber nicht nur Helfer sondern Coaches, Berater!nnen, Expert!nnen … eben Engagierte oder Unterstützende. Mir ist klar, dass man sich auf Einfachheit beschränken muss, dass hier aber mit dienstleistender „Hilfe“ ausschließlich von „Helfern“ – dem generischen Maskulinum – hantiert wird, finde ich eher rück- als fortschrittlich.
  • Lob verdienen die Fragen nach Regelmäßigkeit, Flexibilität und Ortsgebundenheit des Engagements. M.W. ist Betterplace damit die erste Plattform mit einem ‘volunteer-online button’.
  • Es folgt die Engagementbeschreibung im Fließtext – „je detaillierter, desto besser“. Eine Hand voll Fragen soll hier helfen, einen ansprechenden Text zu formulieren: “Worum geht es bei Deiner Zeitspenden-Suche? Welche Voraussetzungen müssen Freiwillige mitbringen? Gibt es Anerkennung für die Helfer? Sind die Freiwilligen über Deine Organisation versichert? …” Guter Ansatz! Den gibt’s so ähnlich auch bei den Geldspenden bei Betterplace. Als Unterstützung für die Ausformulierung eines Engagementangebotes reichen die paar Fragen aber nicht aus, zumal sich hier keinerlei Systematik (z.B. SMART oder 5-A) erkennen lässt. Schade!
  • Lade ein Bild hoch, um die Aufmerksamkeit der Interessenten zu kriegen.“ Ah ja die Bilder! Sie sollen Emotionen wecken und „Helfer“on the job bewegen. Ich bin weiterhin skeptisch, ob das viel bringt, insbesondere was auch die Frage anbelangt was das Bild aussagt. Vermutet (gehofft) hatte ich zunächst, dass hier der Alternativtext zum Bild angegeben werden soll, der die Webseite barrierefreier gemacht hätte. Dem ist leider nicht so. Zumindest VoiceOver von Mac OS liest nur „HTML-Content“ der beim mouse over ins Bild gesetzt wird. Nicht wirklich eine Bereicherung…
  • Obligatorisch zuletzt die Eingabe einer E-Mail für den Direktkontakt und – wenn vorhanden – eine Telefonnummer. Gut so, das gehört dazu.

Fazit

Die neue Zeitspende-Plattform von Betterplace erfüllt die wesentlichen Kriterien einer Engagementdatenbank, wie es sie schon einige gibt. Großes Lob hat m.E. die Option des ‘volunteer online’ verdient. Mit der Frage nach flexiblem, ortsungebundenen und zeitlich befristeten Engagement könnten in der Tat alte Modelle des Ehrenamts aufgebrochen und neue Engagementformen angeregt werden. Auch der implizite Anspruch an Freiwilligenorganisationen, anständiges Communitymanagement zu betreiben und auf diesem Weg neue Freiwillige zu gewinnen, könnte sich postitiv auswirken. Allerdings ist damit die Frage verbunden, wozu die Betterplace Zeitspende-Plattform eigentlich gut ist. Was genau haben Freiwilligenorganisationen davon, sich auf Betterplace zu registrieren, Engagementangebote einzustellen und regelmäßig Updates dazu zu liefern?

Die übliche Antwort lautet hier wohl, über Betterplace können neue Zielgruppen erreicht werden. Das aber beißt sich ziemlich mit dem ‘Betterplace-Prinzip’ des „verbreite deine Anliegen selbst“. Sicherlich werden einige Engagementangebote über die Social Media Kanäle von Betterplace promotet. Zum einen steht aber noch nicht fest, welche das genau sind, zum anderen sind es mit Sicherheit nicht alle. Damit schrumpft das Versprechen neuer Zielgruppen auf jene zusammen, die ‘innovative Engagementangebote einstellen, die zur Betterplace-Community auf Facebook, Twitter & Co. passen’. Sicherlich kann sich auch dieses Buhlen um die Gunst der Plattformbetreiber – die wir in etwas andere Form auch von Facebook kennen – postitiv auf die Etablierung neuer Engagementangebote auswirken. Genauso wahrscheinlich sind aber auch negative Folgen des sporadischen, gamifizierten Engagements (z.B. die weiter sinkende Bereitschaft der Übernahme von Vorstandsposten), die in ihrer Breite heute noch gar nicht abzusehen sind und mit denen sich Betterplace m.W. gar nicht beschäftigt.

tl;dr: Punktuell innovativ, streckenweise verbesserungswürdig und ansonsten nicht wirklich neu: Die Zeitspenden-Plattform von Betterplace.org erfüllt die wesentlichen Kriterien einer Engagementdatenbank. Herzlichen Glückwunsch.

i Ich hatte es ein mal geschafft – man frage mich nicht wie –, dass mir diese Auswahl allein für Hannover (also regionalbezogen) angezeigt wurde. Da war dann nur noch Kindern und Jugendlichen, Bildung und Migranten zu helfen. Da der Zufall uns hier aber nicht weiterhilft, lasse ich das raus.